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Kantor: Diese Orgel erfüllt die Seele

Eine beeindruckende Festwoche ging mit glanzvollem Konzert zu Ende / 6600 Euro Kollekten und Spenden für die Orgel
Von Karin Schlütter und Jürgen Lautensack

Schleusingen - Ein krönender Abschluss der Festwoche

anlsslichä der Rückkehr der Königin: Mit der Messe d-Moll von Johann Christian Heinrich Rinck ging am Sonntagabend eine großartige Woche zu Ende, in der die neue Orgel der Johanniskirche im Mittelpunkt stand. Das collegium musicum und Chöre aus Schleusingen und Hildburghausen hatten die Messe ja bereits einmal hier aufgeführt, doch war diese Darbietung am Sonntag noch einmal etwas ganz Besonderes. Denn diesmal konnte Kantor Matthias Neumeister an "seiner" neuen Orgel die Messe spielen, und das war nicht nur für den Kantor, sondern auch für das Publikum in der wiederum sehr gut besetzten Kirche ein Höhepunkt. "Großartig", umschrieb etwa Norbert Schneider in einem Wort seine Eindrücke nach dem Konzert, das unter Leitung von KMD Torsten Sterzik stand. Mit stehenden Ovationen und minutenlangem Beifall wurde die Leistung der Musiker und Sänger belohnt.

Alle Register gezogen

Kantor Neumeister zog dabei auch zum Abschluss der Festwoche noch einmal alle Register, folgte hoch konzentriert dem per Videoleinwand auf die Orgelempore übertragenen Dirigat von seinem Hildburghäuser Kantorkollegen Torsten Sterzik. "Die Aufregung vor der Messe ist etwa vergleichbar mit der vergangene Woche vor dem Festgottesdienst, als wir die ersten Töne hier gespielt haben", gab er zu. Mit Yvonne Unger (Sopran) aus Hirschendorf, Cornelia Frank (Alt) aus Sachsenbrunn, Andreas Werner (Tenor) aus Schweickershausen und Uwe Heinz (Bass) aus Steinach würzten Solisten aus der Region dieses Werk.

Für Matthias Neumeister, der der alten Kühn-Orgel den Atem aus- und der neuen Leben eingehaucht hat, war dies ein ganz besonderes Freudenfest. Er hat "seine" Königin und die findet er "toll, die hat eine Seele, die passt in unsere St.-Johannis-Kirche", schwärmt er für Orgel. "Es ist eine Wohltat, sie zu spielen. Ich bin glücklich und zufrieden. Mir sind Leute um den Hals gefallen, die begeistert sind von den schönen Instrument. Die ganze Stadt hat ja Anteil genommen."

Es habe soviel Zustimmung gegeben, selbst Profis wie Professor Eisenberg und Professor Leidel haben sich nur positiv geäußert.

Der Kantor hatte auch am Freitagabend noch einmal alle Register gezogen. Kein Konzert, kein Gottesdienst - und doch war die Johanniskirche gut gefüllt. Viele Schleusinger und Besucher wollten die Gelegenheit nicht verpassen, sich die restaurierte "Königin" von Orgelbauer Herbert Hey persönlich näher erklären zu lassen. An Bildern aus den einzelnen Registern erfolgten die Erläuterungen, und Matthias Neumeister spielte dazu kleine Sequenzen, um die dazugehörigen Töne aus jedem Register auch akustisch darzustellen. Großen Beifall für dieses tolle Werk gab es - wie so oft in den vergangenen Tagen.

Abschied aber nicht für immer

"Auch wenn wir jetzt von unserer Arbeit hier Abschied nehmen müssen, es steckt viel Herzblut drin, die Verbindung nach Schleusingen werden wir immer aufrecht erhalten", versprach der Orgelbaumeister, von dem das Publikum eine Reihe interessanter Details zur Schleusinger Orgel erfuhr. Die große Kunst an diesem Instrument sei eben gewesen, Orgelbau aus drei Jahrhunderten wieder zu einem Ganzen zusammen zu bringen. "Für den Raum Schleusingen wird diese Orgel über viele, viele Jahre hinweg eine eigene Sprache haben", sagte Hey. Auch für die Orgelbauer gehen drei Jahre zu Ende, die für Hey und seine Mannschaft eine hohe handwerkliche Herausforderung bedeuteten. Für den Erfolg seiner Arbeit gab es noch einmal viel Applaus und Blumen von Pfarrerin Söllig und Reinhard Hotop. Anschließend spielte die Stadtkapelle bis die Dunkelheit die Sicht auf die Noten unmöglich machte, und das Publikum genoss Orgelwein, Bier und Bratwurst in lockerer Runde auf dem Johanniskirchplatz.

Am Samstag hatte die Kirchenband "faithful sound" den Platz mit moderner Musik gefüllt.

Fr�hlingserwachsen

Mit der neuen Orgel scheint Schleusingen neu erwacht. Soviel Freude und Begeisterung klang durch die Festwoche. Auch viele andere Gemeinde schauten in diesen Tagen nach Schleusingen, nahmen Anteil an dem Ereignis. Der Orgelförderverein Sachsenbrunn beispielsweise, der selbst eine Orgelsanierung auf den Weg gebracht hatte, beglückwünschte die Scheusinger zu dem gelungenen Werk. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins hatte Dieter Hartwig hatte die gute Unterstützung durch den Schleusinger Förderverein gelobt. So war die Festwoche eine rundum gelungene Sache.

"Allen, die uns so gut unterstützt haben gilt ein herzliches Dankeschön", betonte Pfarrerin Dorothea Söllig, ob das der Frauenchor oder der Tina-Treff, Kaffee Kunst Malanders oder der SCC Slusia war. "Letzterem haben wir besonders zu danken, denn er hat die ganze Woche Bier und Bratwurst und Orgelwein verkauft, auch bei den Veranstaltungen wo das Wetter schlecht und wenig Besucher da waren, war die Versorgung dadurch gesichert."

Nicht zuletzt hat die Festwoche die restliche Orgelfinanzierung ein gutes Stück weiter gebracht. Rund 6600 Euro sind an Kollekten und Spenden eingegangen (Infokasten).

Die Heimkehr der Königin wurde zum Triumphzug. Schleusingen hat alle Register gezogen. Bald schon wird es mit Prof. Thorsten Mäder ein weiterer namhafter Organist tun - am 12. Juni, 19.30 Uhr in der St.-Johannis-Kirche.

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Meister der Orgel kamen beim Festkonzert zusammen: Die einen beim Bau (Herbert Hey, r.. und seine Söhne), der andere beim Spielen (Prof. Eisenberg, 2.v. r.).

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Andächtig lauschten die Besucher in der gut besetzten St.-Johannis-Kirche Chor, Orchester, Solisten und Organisten, die am Sonntag unter Leitung von Torsten Sterzik die Rinck-Messe aufführten. Fotos: jrg

Erschienen in "Freies Wort"
Ressort Hildburghausen

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