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Heimische Klänge in Namyangju - Rhöner Orgel für katholische Kirche in Korea

19.02.2011 - Urspringen - Die Katholische Pyeongnae Kirche in Namyangju, Korea bekommt in diesen Wochen eine neue Orgel. Gebaut wurde sie bei der Orgelbaufirma Hey in Urspringen in der Rhön.

Pyeongnae Catholic Church

Der Grund: Viele Kirchen in Korea werden derzeit von einer elektronischen auf eine traditionelle Pfeifenorgel umgerüstet. Schon seit einigen Jahren hat das Rhöner Unternehmen Orgelbau Hey Kontakte in Korea, und nun wird die erste Orgel aus der Rhön in Korea und zwar in der Katholischen Pyeongnae Kirche in Namyangju stehen. Es ist dies eine Trabantenstadt um Seoul. In den vergangenen 12 Monaten wurde sie in Urspringen gebaut, aufgestellt und vor wenigen Wochen dann für den Transport über den „großen Teich“ in Containern verpackt. Natürlich hatten sich die Koreaner ausführlich über den Orgelbau in Deutschland informiert und stießen dabei auf die Orgelbaufirma Hey in Urspringen. „Wir sind natürlich stolz, den Auftrag erhalten zu haben,“ sagt Firmenchef Herbert Hey.

In diesen Tagen ist die Orgel in den Container auf dem Seeweg nach Korea. Rund vier Wochen wird es dauern, bis sie an Ort und Stelle ist und dann mit dem Aufbau begonnen werden kann, sagt Thomas Hey. Sechs Wochen wird es wiederum dauern bis die Orgel spielfertig in dem runden Kirchenraum steht. Diesem Raum ist sie natürlich auch klanglich aber auch von der Gestaltung her, angepasst, sagt der Rhöner Orgelbauer. Natürlich war man zunächst vor Ort, hat sich den Kirchenraum angeschaut, Überlegungen angestellt und Entwürfe gefertigt. Für die Rhöner Firma aus Urspringen ist der Auftrag in Korea natürlich ein erster Schritt in diesem Land, dem sicherlich weitere folgen werden.

Herbert Hey nennt die Rezession, in der der deutsche Orgelbau war, verweist aber gleichzeitig auf den Blick in die Zukunft. Und die sieht für das Unternehmen in Urspringen gar nicht so schlecht aus. „Es werden wieder neue Orgeln gebaut, es werden Orgeln umgebaut und gepflegt, wir haben zu tun.“ Das gilt natürlich auch für das engere Umfeld in Rhön und Grabfeld. So hat die Orgelbaufirma Hey einen Auftrag in der Kirche von Heufurt, sowie in der katholischen Kirche von Nordheim/Rhön. Es ist dies eine der ältesten Orgeln, die in der Rhön stehen. Hinzu kommen weitere Aufträge in Thüringen.

Jetzt ist Urspringen ja ein kleiner Ortsteil von Ostheim/Rhön. Ganz klar, daß Interessenten immer erst auf der Karte nachschauen müssen, wo dies liegt, schmunzelnd Herbert, Thomas und Christian Hey. „Gefunden haben uns aber bisher alle.“ Thomas Hey kennt natürlich die genauen Maße der Orgel, die derzeit nach Korea unterwegs ist. Sie hat eine Höhe von mehr als fünf Metern. Stehen wird sie in einer Rundkirche, die erst gebaut wurde und eine Gesamthöhe von acht Metern aufweist. Die Orgel besitzt zehn Register, hat Wechselschleifen und zwei Manuale. Das wiederum bedeutet, daß man die Register wechselweise in dem einen oder anderen Manual spielen kann. Das war notwendig um klangliche Kombinationsmöglichkeiten zu schaffen. 590 Pfeifen hat übrigens die Orgel und damit ein Klangbild, das sich hören lassen kann.

Orgel Korea 

In den letzten Tagen wurde die Orgel für Korea wieder in ihre Einzelteile zerlegt und sorgfältig für den Seeweg verpackt.


Eine weitere Besonderheit der Orgel wird die Intonation sein, erklärt Thomas Hey. „Wir werden mit einem relativ hohem Winddruck die Orgel klanglich kräftig gestalten, ohne dabei zu aggressiv im Klangbild zu werden.“ Viel Volumen und Klangfülle wird die neue Orgel besitzen, aber einen grundtönig, warmen Klang haben. Ein Jahr Bauzeit stecken übrigens in dem Instrument. Das Holz, das für den Bau des Instruments verwendet wurde, stammt natürlich aus heimischen Gefilden. Verwendet wurde das Holz von Eichen aus dem Spessart. Das Gehäuse wiederum ist mit selektiertem Holz gestaltet und bietet so eine besondere Optik. Auch das Design der Orgel wurde natürlich im Hause Hey gefertigt. Vorgaben gab es nicht, jedoch hat man die Rundform der Kirche mit integriert. Der Kirchenraum ist im schlichten weiß gehalten, lediglich im Altarraum wurde mit Gold gearbeitet, so daß die Orgel in ihren hellen Brauntönen sich dem wunderbar anpasst.

 

 

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