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Über 250 Jahre Rhöner Orgelbautradition
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Werkstätte für Orgelbau
und Restaurierung

 

Orgelrestaurierung für die Spitalkirche in Mellrichstadt, I/6

Erbaut um 1680, unbekannt

     
 

Allgemeines:

Das Mellrichstädter Positiv hat 6 Register mit 315 Orgelpfeifen (original). 90 Pfeifen sind davon aus Holz und 225 aus einer Zinn-Blei-Legierung gefertigt (1961).

Zunächst wurden alle Pfeifen der Orgel ausgebaut und in der Werkstatt gereinigt und gerichtet. Die porösen Schaflederdichtungen der gedeckten Holzpfeifen mussten zum Teil erneuert werden. Gerissene Leimfugen wurden wieder verleimt. Störungsanfällig war die originale Manualklaviatur (45 Tasten). Die am Tastenende eingelassenen Einscharnierungen aus Pergament waren z. T. abgerissen und mussten unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten in gleicher Art und Weise ersetzt und neu fixiert werden. 

Das Orgelpositiv hatte ursprünglich eine so genannte „kurze Oktave“. Unter der kurzen Oktave versteht man eine spezielle Anordnung der Tasten bei Tasteninstrumenten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Da in der Musik der damaligen Zeit die Basstöne Cis, Dis, Fis und Gis nicht benutzt wurden, entfielen diese Töne. Die Töne D, E und B wurden auf die schwarzen Tasten gelegt. Dies war für viele Organisten praxisfremd und verwirrend, daher hat man vor Jahren (1961) die Töne dem tatsächlichen chromatischen Tastenverlauf zugewiesen. 

Geschichte der Orgel:

Das Orgelpositiv in der Kath. Spitalkirche in Mellrichstadt befand sich bis 1956 in der Kapelle in Hendungen. Anlässlich des Kirchenbaues in Ostheim wurde das Instrument im Jahre 1956 in Hendungen abgebaut und in der neuen Pfarrkirche Maria Königin aufgestellt. Die Geschichte des Instrumentes ist noch nicht geklärt. In der Literatur wird zwar erwähnt, dass "... im Jahr 1619 - ... 5 fl aus einem Positiv gelöst" (Neujahrbrief 1765 des Pfarramtes Ostheim), jedoch ist nicht sicher, ob es hier sich um die heutige Orgel des Juliusspitals handelt. Das Instrument diente in der neu erbauten Pfarrkirche in Ostheim, als Übergangsinstrument bis 1976. Anschließend wurde es in der Kath. Pfarrkirche St. Alban in Hendungen aufgestellt. 1984 wurde das Instrument im Auftrag der Juliusstiftung Mellrichstadt in der Spitalkirche aufgestellt und ein Erbpachtvertrag zur Nutzung über 99 Jahre geschlossen. Bei dem Mellrichstädter Orgelpositiv handelt es sich um das einzige historische Positiv unserer Orgellandschaft, das eventuell vor 1619 gebaut wurde. Die Arbeiten wurden Weihnachten 2009 abgeschlossen.

     

Disposition der Orgel

I. Manual, HAUPTWERK, C, D - c’’’

1. GEDECKT 8'    
2. FLÖTE

4'

   
3. PRINCIPAL

4'

   
4. QUINTE 1 1/3'    
5. GEDACKTSUPEROKTAVE 1'    
6. MIXTUR, 2-fach 1 1/3'    
 

PEDAL, E-H permanent angehängt

         

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